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Tetra-Gesundheitsrisiken und die Wissenschaft

Staatssekretär Eck sah sich schon vor einiger Zeit genötigt, in einen Brief an die Gemeinden, Desinformationen entgegenzuwirken: "Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft gibt es keine wissenschaftlich fundierten Indizien dafür, dass sich die bei TETRA verwendeten Funkwellen nachteilig auf die Gesundheit auswirken können."

Als Beispiel wird ein toter Link zum Bundesamt für Strahlenschutz aufgeführt. Im Gegensatz zu Herrn Eck sieht man dort aber noch erheblichen Forschungsbedarf. Allerdings - und an dieser Stelle wird der Bock zum Gärtner gemacht: Das Bundesamt für Strahlenschutz hat eine Verwaltungsvereinbarung über eine Zusammenarbeit in diesen Fragen mit der BDBOS geschlossen - der Behörde für den Tetrafunk.

Klartext: Um die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens zu erforschen, arbeitet man mit Phillip Morris zusammen.

Ein weiterer Link, der die simplen Ansichten von Herrn Eck stützen sollen, führt zur "Tetra Industry Group" - also direkt zu Phillip Morris - na ja.

Weiter führt er aus, dass in Grossbritanien "Wissenschaftliche Studien" die beunruhigenden Nachrichten über gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit dem Tetrafunk nicht bestätigen. Als Beweis wird eine Anfrage an die National Policing Improvement Agency in Großbritannien aufgeführt, die ganz offensichtlich gerne  bestätigt hat, dass es keinerlei Probleme gibt.


Tja, die NPIA, war ein Unternehmen - inzwischen wird es abgewickelt - das ähnlich wie Diginet gegründet wurde, um hauptsächlich die elektronische Kommunikation der Polizei zu verwalten. Also quasi eine Anfrage von Phillip Morris an British American Tobacco - da hilft man doch gerne.

Auch wenn man Gehard Eck eine gewisse Bildungsferne nachsagen könnte - der fehlende wissenschaftliche Beweis der gesundheitlichen Auswirkungen elektromagnetischer Felder allgemein und Tetrafunk im Besonderen, wird häufig erwähnt.
Warum kann ein Mann fürs Grobe trotz zahlreicher wissenschaftlicher Studien, die das Gegenteil zeigen, dennoch behaupten, dass der wissenschaftliche Nachweis fehlt?

Ganz einfach deshalb, weil es stimmt. Niemand kann nachweisen, dass es bei Person X aufgrund von gepulsten elektromagnetischen Feldern nach 20 Jahren zu Erkrankung Y gekommen ist. Auch wenn es epidemologische Studien gibt, auch wenn im Labor DNA-Brüche nachgewiesen werden: Ein wissenschaftlicher Nachweis ist dies nicht, weil der Wirkmechanismus noch umstritten ist. Man spricht dann nur von Korrelation.

Aber der wissenschaftliche Nachweis, dass Sonnenstrahlen nach 20 Jahren zu Hautkrebs führen kann, ist ebenfalls nicht erbracht, weil der genaue kausale Zusammenhang schwer zu definieren ist. Dennoch wird jeder Hautarzt Ihnen raten, die Sonnenbestrahlung auf eine vertretbares Maß zu begrenzen.

Und genau darum geht es beim Mobilfunk: Vorsorglich die Exposition zu minimieren. Gegenwärtige Grenzwerte schützen nur gegen akute Wirkungen und sind nicht im Sinne einer Vorsorge definiert worden.

Übrigens: Wenn man immer erst auf den wissenschaftlichen Nachweis warten würde, dann dürfte Contergan heute noch verkauft werden.


 

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